Arbeitsunfähigkeit: Großteil der Pensionsanträge wird abgelehnt

12.7.2018 – Nur der kleinere Teil der Anträge auf eine Pension wegen Invalidität bzw. Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, die bei der Sozialversicherung eingereicht werden, wird letztlich befürwortet. 2017 wurden 17.291 solcher Pensionen neu zuerkannt. In mehr als einem Drittel der Fälle waren psychische und Verhaltensstörungen Gründe für die Zuerkennung, in jedem fünften Fall Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes. Die durchschnittliche Pensionshöhe betrug 1.158 Euro.

2017 registrierte die Sozialversicherung 53.369 Anträge auf Zuerkennung einer Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitspension. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 6,4 Prozent, wie aus Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervorgeht.

Stattgegeben haben die Pensionsversicherungsträger nur dem geringeren Teil: 17.291 Pensionen wurden neu zuerkannt. Mehr als ein Drittel davon habe männliche Arbeiter betroffen. „Zwei Drittel des gesamten Zuganges entfielen auf Männer.“

Gründe für die Zuerkennung

Die häufigste Ursache für die Neuzuerkennung waren dabei psychische und Verhaltensstörungen. Den Daten zufolge war dies bei mehr als einem Drittel (6.474 Personen) Zuerkennungsgrund.

Danach folgen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (3.416 Personen), Neubildungen (2.227) und Krankheiten des Kreislaufsystems (1.840) als weitere häufige Ursachen.

Ursachen für die Neuzuerkennung von Pensionen wegen Invalidität, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit
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Ein Drittel klagt gegen Abweisung, ein Fünftel mit Erfolg

Abgelehnt worden seien zirka 60 Prozent der Anträge, so der Hauptverband. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre klage etwa ein Drittel der abgewiesenen Antragsteller beim Sozialgericht dagegen.

„Etwa ein Fünftel ist dabei erfolgreich“ und erreiche ein zuerkennendes Urteil oder einen Vergleich.

Weniger Pensionen

Insgesamt belief sich die Anzahl der Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitspensionen im Dezember vergangenen Jahres auf 159.255.

Gegenüber 2016 verringerte sie sich um 3,7 Prozent, „was auf gesetzliche Änderungen im Leistungsrecht der Pensionsversicherung zurückzuführen ist“, so der Hauptverband.

Bereits mit 1. Jänner 2014 ist eine Reform in Kraft getreten, die den Bezug solcher Pensionen für Personen ab Geburtsjahrgang 1964 erschwert. Bei vorübergehend eingeschränkter Arbeitsfähigkeit hat seither das Prinzip Rehabilitation Vorrang.

Anzahl der Pensionen wegen Invalidität, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit

Dezember …

Männer

Frauen

Gesamt

… 2014

131.124

56.533

187.657

… 2015

120.946

49.543

170.489

… 2016

117.035

48.306

165.341

… 2017

111.742

47.513

159.255

Im Schnitt 1.158 Euro

Im Dezember 2017 war eine Pension aufgrund von Invalidität bzw. Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit (vor dem 60./65. Lebensjahr, einschließlich Ausgleichszulage und Kinderzuschuss) im Schnitt 1.158 Euro hoch. Bei Männern betrug der Durchschnittswert 1.264 Euro, bei den Frauen 907 Euro.

Je nach Versichertengruppe fallen die durchschnittlichen Beträge nochmals unterschiedlich aus: In der Pensionsversicherung der Angestellten waren es 1.301 Euro, in der Pensionsversicherung der Arbeiter 1.081 Euro und in der SVA der gewerblichen Wirtschaft 1.274 Euro.

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Berufsunfähigkeit · Erwerbsunfähigkeit · Invalidität · Pension  · Sozialversicherung
 
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